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(Foto: © Priska Ketterer / Lucerne Festival)
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Lucerne Festival

Das zentrale Festival im Sommer von Mitte August bis Mitte September bietet ein vielfältiges Angebot von rund 100 Konzerten und weiterführenden Veranstaltungen. Jedes Sommer-Festival hat ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Dramaturgie des Programms zieht. Geboten wird ein vielfältiges Angebot an Konzertformaten – Sinfoniekonzerte, Kammermusik, Rezitale, De­buts, Late Nights und vieles mehr. Flankiert wird der Sommer von Kurzfestivals im Frühjahr und Herbst: Im November von «Lucerne Festival Forward» und vor Ostern von einer Frühjahrs-Residenz des Lucerne Festival Orchestra. «Lucerne Festival Forward» wird von Musiker*innen des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) künstlerisch und konzeptionell gestaltet. Im Mai 2023 wird ein viertes Festival hinzukommen: ein dreitägiges Klavierfest, das der Pianist Igor Levit kuratiert. Das KKL Luzern, erbaut von Jean Nouvel und für seine Akustik ebenso berühmt wie für seine Architektur, ist die zentrale Spielstätte von Lucerne Festival.

Die drei Sparten «Symphony», «Contemporary» und «Music For Future» stehen für die zentralen Programm-Schwerpunkte des Festivals. Jeden Sommer gastieren die renommiertesten internationalen Sinfonieorchester am Vierwaldstättersee, unter anderem die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker oder das Royal Concertgebouworkest. Das Lucerne Festival Orchestra wurde 2003 von Claudio Abbado und Michael Haefliger ins Leben gerufen und versammelt jeden Sommer für zwei Wochen international renommierte Orchestermusiker*innen in Luzern, im Herbst ist es häufig mit Tourneen im Ausland präsent. Seit 2016 ist Riccardo Chailly Chefdirigent des Orchesters. Täglich treten im Sommer auch internationale Star-Solist*innen auf, hinzu kommt ein «artiste étoile», der mit mehreren Veranstaltungen im Fokus steht. Neben der Pflege des traditionellen Repertoires nimmt bei Lucerne Festival die Programmierung und Vermittlung von zeitgenössischer Musik im Bereich «Contemporary» einen zentralen Stellenwert ein. Der Lucerne Festival Academy, 2003 von Pierre Boulez und Michael Haefliger gegründet, steht seit 2016 der Künstlerische Leiter Wolfgang Rihm vor. Mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO), das Musiker*innen aus dem Academy-Netzwerk versammelt, verfügt das Festival über einen eigenen Klangkörper für zeitgenössische Musik, das auch im Ausland gastiert. Ein «composer-in-residence» setzt im Sommer-Festival wichtige programmatische Akzente. Die Sparte «Music For Future» rückt die Förderung junger Musiker und Angebote für junges Publikum ins Zentrum. Das Angebot umfasst eine Debut-Reihe, Konzerte mit Jugendorchestern und vielfältige Veranstaltungen für Familien sowie Konzerte in Schulen. Darüber hinaus werden Förderpreise wie der Credit Suisse Young Artist Award oder der Fritz-Gerber-Award vergeben. Neue Zielgruppen werden auch beispielsweise über das innovative Gratis-Format 40min angesprochen.

Kontakt

Lucerne Festival
Hirschmattstr. 13
CH-6002 Luzern

Telefon: +41 (0)41 226 44 00
Fax: +41 (0)41 226 44 60
E-Mail: info@lucernefestival.ch

Bewertungschronik

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Festival

Frühlings-Fest 2024

Mit Beethoven in die neue Festival-Saison! Unter der Leitung von Riccardo Chailly und Pablo Heras-Casado musiziert das Lucerne Festival Orchestra ausgewählte Beethoven-Sinfonien, dazu das Violinkonzert mit Geigen-Shootingstar Daniel Lozakovich. Ausserdem gestalten fabelhafte Solist*innen des Orchesters ein Kammerkonzert mit Werken von Dvořák und Tschaikowsky.

Seit 2022 tritt das Lucerne Festival Orchestra nicht mehr nur im Sommer auf. Auch im Frühjahr lockt es die Klassikfans aus aller Welt nach Luzern, wenn es jeweils am Wochenende um Palmsonntag ein dreitägiges Fest der Musik gestaltet und dabei mit Orchester- und Kammerkonzerten jeweils eine*n Komponist*in ins Zentrum rückt. Den Auftakt machte 2022/23 Felix Mendelssohn: Seine fünf Sinfonien gelangten zur Aufführung – und traten in einen Dialog mit Werken wichtiger Zeitgenossen. Nun geht es weiter mit einem frischen Blick auf Ludwig van Beethoven.

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Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Riccardo Chailly

Lucerne Festival Orchestra
Riccardo Chailly, Dirigent


Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Ouvertüre zu Coriolan op. 62
Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36

Mit seinen neun Sinfonien hat Ludwig van Beethoven eine ganze Gattung geprägt und die Messlatte für die nachfolgenden Generationen denkbar hoch gehängt. Wer verstehen will, was Beethoven geleistet hat, sollte ihn jedoch nicht vom Ende her, also von der legendären Neunten aus, ergründen. Viel aufschlussreicher sind die Anfänge, die schon alles enthalten, was ihn auszeichnet. Riccardo Chailly und das Lucerne Festival Orchestra eröffnen deshalb das Frühlings-Fest mit den ersten beiden Beethoven-Sinfonien. Und wir dürfen staunen: etwa über Beethovens skurrilen Humor, wenn er im Finale der Ersten die schlichte C-Dur-Tonleiter komödiantisch inszeniert und Note für Note aufbaut, um daraus einen wirbelnden Tanz zu entfesseln. Oder wenn er in der Zweiten den «élan terrible» der französischen Revolutionsmusik entfacht, die dynamischen Kontraste bis zum Äussersten ausreizt und die rhythmischen Gegenakzente so verquer setzt, dass einem geradezu der Boden unter den Füssen weggezogen wird. Der unverwechselbare Beethoven- Tonfall, die zyklische Einheit der Werke, die romantische Klangfantasie: Nichts fehlt in den ersten beiden Sinfonien. Sie sind die Visitenkarte eines Titanen.

18.30 Uhr Konzerteinführung
mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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Infoveranstaltung

Ausblick auf das Sommer-Festival

mit Susanne Stähr

Sie sind schon neugierig auf das nächste Sommer-Festival, wissen aber noch nicht genau, für welche Konzerte Sie sich entscheiden sollen? Dramaturgin Susanne Stähr unternimmt mit Ihnen einen Streifzug durch das Programm, stellt Ihnen die Highlights vor und verrät ihre persönlichen Favoriten. Dazu gibt es Einblicke hinter die Kulissen und amüsante Geschichten rund um das Klassik-Business.

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Konzert

Solist*innen des Lucerne Festival Orchestra

Solist*innen des Lucerne Festival Orchestra

Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Flötenquartett D-Dur KV 285
Antonín Dvořák (1841–1904): Streichquartett F-Dur op. 96 Amerikanisches
Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840–1893): Streichsextett d-Moll op. 70 Souvenir de Florence

Im Urlaub kamen Antonín Dvořák die besten Ideen. Um sich von seinem anstrengenden Amt als Direktor des neugegründeten New Yorker Musikkonservatoriums zu erholen, verbrachte der tschechische Komponist den Sommer 1893 in Spillville/Iowa. Zwischen Maisfeldern, Obstplantagen und Wäldern genoss er die Natur, lernte aber auch die Kultur der Einheimischen kennen, die Tänze und Lieder der indigenen Bevölkerung. All diese Eindrücke finden sich in seinem heiteren, pastoralen F-Dur-Quartett wieder, dem berühmten Amerikanischen, das Dvořák in Spillville komponierte. Pjotr Iljitsch Tschaikowsky dagegen zog es im Frühjahr 1890 nach Florenz. Mit dieser «reizenden und sympathischen Stadt» verband er die angenehmsten Erinnerungen: «Wie sehr vermag ich das Leben wieder zu lieben», gestand der eher schwermütige Tschaikowsky — und schuf mit seinem Souvenir de Florence ein Streichsextett, das vom ersten bis zum letzten Takt vor Vitalität und Lebenslust nur so sprüht. Die Freuden der delikaten Flötenkunst aber dürfen wir gleich zu Beginn mit Mozarts D-Dur-Quartett erleben. Und Ludwig van Beethoven, der Protagonist des Frühlings-Fests, darf sich einen Tag Auszeit gönnen.

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Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Pablo Heras-Casado | Daniel Lozakovich

Lucerne Festival Orchestra
Pablo Heras-Casado, Dirigent
Daniel Lozakovich, Violine


Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Violinkonzert D-Dur op. 61
Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

Für uns heute ist Beethoven ein Klassiker, vor dem jeder Zweifel verstummt. Zu seiner Zeit aber wirkten viele seiner Werke schockierend auf das Publikum. Etwa das Violinkonzert, das mit seiner epischen Länge von über vierzig Minuten alles übertraf, was man bis dahin kannte. Und dessen Solopart sich in die allerhöchsten Höhen aufschwingt, himmlisch und atemberaubend. Noch extremer verfuhr Beethoven bei seiner Siebten Sinfonie: Hier setzte er ganz auf die Elementarkraft des Rhythmus und die tänzerische Energie. Wir werden in einen Sog gezogen, erleben die schiere Raserei und glauben am Ende, gleich müsse der ganze Konzertsaal abheben. Für dieses Hexenkunststück sorgt am Pult der Spanier Pablo Heras-Casado: Er wurde noch von Pierre Boulez in der Lucerne Festival Academy ausgebildet und begeisterte schon 2013, zum 75. Jubiläum des Festivals, mit einer fesselnden, wuchtigen Interpretation von Beethovens Fünfter Sinfonie. Mittlerweile ist er längst ein Weltstar, der gerade bei den Bayreuther Festspielen mit seinem Parsifal für Aufsehen sorgte. Als Solist debutiert der 22-jährige schwedische Geiger Daniel Lozakovich, der schon zum «prince of the violin» ausgerufen wurde.

16.00 Uhr Konzerteinführung
mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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Festival

Klavier-Fest 2024

Klavierkonzerte mit Igor Levit, Johanna Summer, Lukas Sternath, Danger Dan sowie mit dem Berliner Barock Solisten und Willi Zimmermann.

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Klavierkonzert

Rezital Igor Levit

Igor Levit, Klavier

Johann Sebastian Bach (1685–1750): Chromatische Fantasie und Fuge d-Moll BWV 903
Fred Hersch (*1955): Songs without Words, Book III
Uraufführung / Auftragswerk von Lucerne Festival
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 Eroica, für Klavier bearbeitet von Franz Liszt

Wenn Igor Levit Klavier spielt, glaubt man manchmal, ein ganzes Orchester zu hören — so vielfarbig und facettenreich ist der Klang. Deshalb ist Levit auch genau der Richtige für die Transkription von Orchesterwerken. Bei seinem ersten Klavier-Fest im Mai 2023 stellte er das «Adagio» aus Mahlers Zehnter Sinfonie auf den 88 schwarzen und weissen Tasten vor. Diesmal jedoch wagt er sich an ein Werk, das lange als unspielbar galt: Franz Liszts Adaption von Beethovens Sinfonia eroica. Nun war Liszt ein Hexenmeister am Klavier, dessen teuflische Fingerfertigkeit das Publikum um den Verstand brachte. Aber seine Übertragung der Beethoven-Sinfonien ist weit mehr als Virtuosenfutter: Liszt lieferte kongeniale Nachschöpfungen, die, wenn nötig, auch die Vorlage umgestalten und zugleich das Wesentliche freilegen. Und so wird Igor Levit gewiss für neue Erkenntnisse in Sachen Beethoven sorgen. Am Anfang seines Programms zollt er zunächst Johann Sebastian Bach Tribut, mit der gewaltigen Chromatischen Fantasie und Fuge, die bei aller polyphonen Kunst wie eine Improvisation klingt. Das führt dann unmittelbar zu Fred Hersch, der mit seinen neuesten Songs without Words auch die Gedanken frei fliegen lässt.

17.30 Uhr Konzerteinführung
mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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Klavierkonzert

Rezital Johanna Summer

Johanna Summer, Klavier

«Resonanzen II»
Improvisationen über Bach, Beethoven, Grieg, Ravel & Co.

Ihre Musik ist frei improvisiert wie Jazz, klingt aber eher wie Klassik. Denn Johanna Summer nimmt nicht Jazzstandards zum Ausgangspunkt ihrer pianistischen Exkursionen. Sondern klassische Klavierstücke von Bach bis Skrjabin oder von Schubert bis Ligeti, die sie äusserst einfallsreich weitererzählt. «Ich spiele diese Stücke nicht im konventionellen Sinn, so wie sie komponiert wurden, sondern ich improvisiere mit dem Material, was da drinsteckt, und versuche das aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten», erklärt die junge deutsche Pianistin ihren Ansatz. Mal «verbeisst» sie sich in einzelne Motive, mal setzt sie mit ihren Ideen einen bewussten Kontrapunkt zum Original. Immer aber lässt sie Neues, Eigenständiges entstehen: «Musik, die sich stilistisch irgendwo dazwischen befindet, auf der Basis von Klassik, im Geist des Jazz. Musik, die sich von der Komposition auf dem Notenblatt löst, aber auch von den typischen Jazzharmonien», so der Spiegel. «Diese Frau ist eine Gigantin!», schwärmt Igor Levit und hat Johanna Summer nach ihrem begeisternden Auftritt beim ersten Klavier-Fest sogleich wieder eingeladen.

Dieses Konzert hat keine Pause.

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Klavierkonzert

Lukas Sternath | Igor Levit

Lukas Sternath, Klavier
Igor Levit, Klavier


Franz Schubert (1797–1828):
Allegretto c-Moll D 915
Sonate c-Moll D 958 (1828)
Johannes Brahms (1833–1897):
Elf Choralvorspiele op. post. 122, arrangiert für Klavier zu vier Händen
Haydn-Variationen für zwei Klaviere op. 56b

«Was für eine Farbenpracht und Leuchtkraft des Tons», staunte die Süddeutsche Zeitung, als sich der 2001 geborene Österreicher Lukas Sternath 2022 beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD vorstellte, und schwärmte von der Intensität und rhythmischen Prägnanz seines Spiels. Am Ende erhielt Sternath nicht nur den Ersten Preis, sondern gewann auch noch sieben Sonderpreise, darunter die Publikumstrophäe. Seither explodiert seine Karriere: Sternath debutierte bei den Wiener Symphonikern, der Sommerakademie der Wiener Philharmoniker, beim SWR Symphonieorchester und bei den Münchner Philharmonikern. In dieser Saison konzertiert er u. a. mit den Bamberger Symphonikern, und 2024/25 wird er als «Rising Star» der European Concert Hall Organisation durch die grossen Konzertsäle des Kontinents touren. Igor Levit stellt seinen Meisterschüler nun beim Klavier-Fest vor. Die erste Hälfte des Konzerts gestaltet Sternath allein und vertieft sich dabei in die traumhaften Klavierwelten Franz Schuberts. Nach der Pause aber spielen die beiden gemeinsam und interpretieren als Duo Musik von Johannes Brahms: die populären Haydn-Variationen und die späten Choralvorspiele op. 122, das letzte Werk des Komponisten.

18.30 Uhr Konzerteinführung
mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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Konzert

Berliner Barock Solisten | Igor Levit | Willi Zimmermann

Berliner Barock Solisten
Igor Levit, Klavier
Willi Zimmermann, Violine und Musikalische Leitung


Wilhelm Friedemann Bach (1710–1784):
Sinfonia für Streicher und Basso continuo D-Dur BR-WFB C Inc. 1
Johann Sebastian Bach (1685–1750):
Contrapunctus 1 und Fuga a 3 Soggetti aus Die Kunst der Fuge BWV 1080
Choral Vor deinen Thron tret ich hiermit BWV 668
Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788):
Klavierkonzert d-Moll Wq 23
Sinfonia für Streicher und Basso continuo F-Dur Wq deest
Johann Sebastian Bach (1685–1750):
Ricercar a 6 c-Moll aus dem Musikalischen Opfer BWV 1079
Klavierkonzert d-Moll BWV 1052

Klavierkonzerte von Johann Sebastian und seinem Sohn Carl Philipp Emanuel Bach? Natürlich komponierte weder der eine noch der andere für den modernen Konzertflügel, wie wir ihn heute kennen. Unter «Clavieren» verstand man damals vielmehr Tasteninstrumente aller Arten, vom Cembalo bis zur Orgel, vom Clavichord über das Spinett bis zum Hammerklavier, das Mitte des 18. Jahrhunderts aufkam. Dennoch darf Vater Bach als Erfinder des Klavierkonzerts gelten, etablierte er doch das Modell eines Soloparts auf den Tasten im konzertanten Wettstreit mit dem Orchester. Igor Levit koppelt Bachs berühmtes d-Moll-Konzert BWV 1052, das erstmals 1738 in einem Leipziger Kaffeehaus erklang, mit Emanuels Gattungsbeitrag gleicher Tonart, der schon auf Mozarts Klavierkonzerte vorausweist. Dass beide Komponisten selbst auch gefeierte Virtuosen waren, ist unüberhörbar. Levit wird zeigen, wie packend und lebendig diese Alte Musik auch auf einem Steinway klingen kann. Und die Berliner Barock Solisten, die zwar auf modernen Instrumenten, aber historisch informiert spielen, stellen noch einen dritten Bach vor: Wilhelm Friedemann nämlich, den ältesten Sohn Johann Sebastians. Ein musikalisches Familientreffen.

16.00 Uhr Konzerteinführung
mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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Klavierkonzert

Danger Dan

Danger Dan, Gesang und Klavier

«Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt»

Kennengelernt haben sich Igor Levit und Danger Dan 2021 in Jan Böhmermanns Late-Night-Show ZDF Magazin Royale. Ein Jahr später, als Levit mit dem Opus Klassik ausgezeichnet wurde, hielt Danger Dan die Laudatio — und sorgte mit einer Breitseite gegen die Neue Rechte für einigen Trubel. Dabei hat der Rapper, Mitglied der Hip-Hop-Crew Antilopen Gang, noch nie ein Blatt vor den Mund genommen. Auch in seinem Soloalbum Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt teilt er aus: Am Klavier, begleitet nur von einem Streichquartett, wendet er sich gegen Antisemitismus und Rassismus, gegen Sexismus und Verschwörungstheorien. Und reflektiert im millionenfach geklickten Titelsong, wie sich solche Kritik vorbringen lässt, ohne sogleich juristisch belangt zu werden: «Zeig mich an, und ich öffne einen Sekt, / Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt.» Für Igor Levit ist Danger Dan ein «begnadeter klavierspielender Geschichtenerzähler. Er hat einen klaren politischen Wertekompass und nennt Missstände deutlich beim Namen. Seine Songs berühren und beglücken, sie wühlen auf und tragen uns durch diese verunsichernde Zeit.»

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Konzert

Igor Levit | Lukas Sternath | Johanna Summer | Mitglieder der Berliner Barock Solisten

Schlusskonzert

Igor Levit, Klavier
Lukas Sternath, Klavier
Johanna Summer, Klavier
Mitglieder der Berliner Barock Solisten


Franz Liszt (1811–1886):
Sonetto 47 del Petrarca S 161 Nr. 4 aus Années de pèlerinage – Deuxième année: Italie
Sonetto 104 del Petrarca S 161 Nr. 5 aus Années de pèlerinage – Deuxième année: Italie
Sonetto 123 del Petrarca S 161 Nr. 6 aus Années de pèlerinage - Deuxième année: Italie
Johannes Brahms (1833–1897):
Sechs Klavierstücke op. 118

Um ehrlich zu sein: Ganz genau können wir Ihnen nicht sagen, was Sie in diesem Konzert erwartet. Denn manches wird sich kurzfristig oder gar erst auf der Bühne ergeben. Und das liegt in der Natur der Sache. Weil Igor Levit möchte, dass sein Klavier-Fest mehr ist als eine blosse Durchgangsstation für gestresste Pianist*innen, bleiben seine Gäste mehrere Tage vor Ort. Sie hören einander zu, begegnen sich und gestalten das Festival-Finale schliesslich gemeinsam: Igor Levit selbst wird sich den sechs späten Klavierstücken op. 118 von Johannes Brahms widmen. Sein Meisterschüler Lukas Sternath, Gewinner beim ARD-Musikwettbewerb 2022, begibt sich auf die Fährte von Franz Liszt, mit drei Klavierstücken auf Sonette des Renaissancedichters Francesco Petrarca. Mit dabei sind auch Mitglieder der Berliner Barock Solisten, die uns in eine andere musikalische Epoche entführen. Und Johanna Summer schlägt mit ihren Improvisationen die Brücke von der Klassik zum Jazz. Sicherlich entstehen überdies spontane Konstellationen, sei’s im virtuosen Wettstreit oder im einträchtigen Zusammenspiel. Lassen wir uns überraschen!

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(Foto: © Priska Ketterer / Lucerne Festival)
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Die drei Sparten «Symphony», «Contemporary» und «Music For Future» stehen für die zentralen Programm-Schwerpunkte des Festivals. Jeden Sommer gastieren die renommiertesten internationalen Sinfonieorchester am Vierwaldstättersee, unter anderem die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker oder das Royal Concertgebouworkest. Das Lucerne Festival Orchestra wurde 2003 von Claudio Abbado und Michael Haefliger ins Leben gerufen und versammelt jeden Sommer für zwei Wochen international renommierte Orchestermusiker*innen in Luzern, im Herbst ist es häufig mit Tourneen im Ausland präsent. Seit 2016 ist Riccardo Chailly Chefdirigent des Orchesters. Täglich treten im Sommer auch internationale Star-Solist*innen auf, hinzu kommt ein «artiste étoile», der mit mehreren Veranstaltungen im Fokus steht. Neben der Pflege des traditionellen Repertoires nimmt bei Lucerne Festival die Programmierung und Vermittlung von zeitgenössischer Musik im Bereich «Contemporary» einen zentralen Stellenwert ein. Der Lucerne Festival Academy, 2003 von Pierre Boulez und Michael Haefliger gegründet, steht seit 2016 der Künstlerische Leiter Wolfgang Rihm vor. Mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO), das Musiker*innen aus dem Academy-Netzwerk versammelt, verfügt das Festival über einen eigenen Klangkörper für zeitgenössische Musik, das auch im Ausland gastiert. Ein «composer-in-residence» setzt im Sommer-Festival wichtige programmatische Akzente. Die Sparte «Music For Future» rückt die Förderung junger Musiker und Angebote für junges Publikum ins Zentrum. Das Angebot umfasst eine Debut-Reihe, Konzerte mit Jugendorchestern und vielfältige Veranstaltungen für Familien sowie Konzerte in Schulen. Darüber hinaus werden Förderpreise wie der Credit Suisse Young Artist Award oder der Fritz-Gerber-Award vergeben. Neue Zielgruppen werden auch beispielsweise über das innovative Gratis-Format 40min angesprochen.

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Ereignisse / Festival Lucerne Festival im KKL Luzern
Ereignisse / Festival Szenenwechsel Luzern Luzern-Kriens, Arsenalstrasse 28a
Ereignisse / Festival Zwischentöne Engelberg Kammermusikfestival Engelberg, Bahnhofstr. 16
Konzerte / Musik Hochschule Luzern
Bereich Musik
Luzern-Kriens, Arsenalstrasse 28a
Ereignisse / Festival Stanser Musiktage Stans, Schmiedgasse 8
Ereignisse / Festival Fumetto Comic-Festival Luzern Luzern, Rössligasse 12
Ereignisse / Festival Glücklich Festival Ebikon, Luzernerstr. 44

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