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Aufführungen | Schauspiel

Toxic. Britney über Spears

Vorarlberger Landestheater

Sie wurde gefeiert als die Prinzessin des Pops, stürmte die globalen Charts, war die Ikone des noch jungen neuen Jahrtausends. Nichts, so schien es, konnte Britney Spears weltweiten musikalischen Siegeszug aufhalten. Dann der Absturz: Zusammenbruch, Kontrollverlust, Spott, Entmündigung. Unter der Vormundschaft ihres Vaters wurde Britney zu einem Produkt, das sich in allen Kanälen vermarkten ließ: Als Sängerin, als Werbefigur, als Spielzeug in den Zimmern junger Mädchen. Britney Spears war eine Millionärin ohne Geld, eine Künstlerin, die die Massen beherrschte und dabei doch vollkommen entmachtet war. Und die schließlich begann, für ihr Recht und ein selbstbestimmtes Leben zu kämpfen. Wie fühlt ein Mensch, den alle besitzen wollen, der von Kindesbeinen an von Medien und Öffentlichkeit vereinnahmt wurde? Wir versuchen eine Annäherung an die verletzte Seele hinter den Hits und ihr unermüdliches Ringen um Autonomie – natürlich mit Musik! Regie: Agnes Kitzler Bühne und Kostüm: Marina Deronja Dramaturgie: Juliane Schotte Mit: Maria Lisa Huber / Nurettin Kalfa Dauer: ca. 95 Minuten
Aufführungen | Schauspiel

Ein Sommernachtstraum

Vorarlberger Landestheater

Premiere: 18.6.2026 Die Nacht ist warm und voller Magie, der Wald geheimnisvoll, Schatten flüstern, Licht tanzt zwischen den Bäumen: In Shakespeares Sommernachtstraum vermengen sich Traum und Wirklichkeit, Lust und Verwirrung, Ordnung und Anarchie. Die Liebe stolpert, taumelt, findet sich neu – nichts bleibt, wie es war. Vier junge Menschen zieht es in den Wald, getrieben von Sehnsucht und Neugier, von Leidenschaft und Eifersucht, von Gefühlen, die sie selbst nicht vollständig zu fassen vermögen. Sie suchen sich, verlieren sich, werden manipuliert und getäuscht. Währenddessen geraten die Feenkönigin Titania und ihr Gemahl Oberon in einen Machtkampf, der auch die Menschen seinem Zauber unterwirft, sie in einen Strudel zieht, ihre Welt aus den Angeln hebt. Und mittendrin: eine Truppe von Handwerkern, die versuchen, ein Theaterstück aufzuführen – eine groteske Parodie auf die große Tragödie der Liebe, während um sie herum das Chaos tobt. Doch so traumverloren dieser Wald auch scheint: Die Zauberei entlarvt nur, was in den Menschen ohnehin schon schlummert. Sie verstärkt, verwirrt, bringt ans Licht, was im Verborgenen liegt. Und Shakespeare spielt mit den Regeln der Gesellschaft – er bricht sie, dreht sie ins Absurde, verwirft sie, nur um sie am Ende doch wieder einzufangen. Die Liebenden kehren zurück in ihre Welt, aber sie haben den Wald durchquert, sie haben sich gesehen, verwandelt, erfahren, dass Liebe kein fester Zustand ist, sondern ein ständiges Werden. EIN SOMMERNACHTSTRAUM ist ein Tanz auf dem schmalen Grat zwischen Vernunft und Ekstase, zwischen Kontrolle und Hingabe. Die Welt verlangt nach Ordnung – doch die Liebe folgt nur ihren eigenen Gesetzen. Inszenierung: Angelika Zacek Publikumsgespräch: Fr, 19. Juni, im Anschluss an die Vorstellung, T-Café (Eintritt frei) 2:1-Aktion am Fr, 19. Juni - Weil‘s zu zweit viel schöner ist! Ihre Begleitung hat freien Eintritt.
Aufführungen | Tanz

The whole and its parts

Staatstheater Kassel - INTERIM

Das japanische Wort 開花 (Kaika) ist zusammen mit dem Begriff Blooming das Spielzeitthema von TANZ_KASSEL. Kaika setzt sich aus den Zeichen 開 (Öffnung, Entfaltung) und 花 (Blume) zusammen und bedeutet Blütenentfaltung oder Blühen. Es beschreibt den Moment, in dem eine Blume ihre Knospe öffnet und in voller Pracht erblüht. Diese Bedeutung kann sowohl im wörtlichen als auch im metaphorischen Sinne verstanden werden – als Symbol für Wachstum, Entfaltung und den Beginn von etwas Neuem. Es wird zu einer Metapher für das Leben, das inmitten von Tod und Verfall aufblüht, aber niemals dauerhaft bestehen kann. Ein kurzer Moment der Erhebung, der unweigerlich von der Dunkelheit verschlungen wird. Inspiriert von der Idee der Konstruktion und Dekonstruktion sowie von den zyklischen Prozessen der Natur, haben sich die Choreograf:innen Maria Campos und Guy Nader den Gesetzen der Physik zugewandt und entwickeln für TANZ_KASSEL eine detaillierte Zeit-Raum-Komposition, die nichts mehr oder weniger als die Aufhebung der Zeit zur Folge hat. Eine Ode an das Leben und ein Blick auf dessen Fragilität. Diese Arbeit basiert auf einer rigorosen Bewegungsforschung und umfasst spezifische physische Bewegungsabläufe in Bezug auf Gewicht, Schwerkraft, Zeit, Raum und Gruppendynamik. Es entsteht eine fortlaufende Reise, die die Verflechtung, Entstehung und das dynamische Zusammenspiel zwischen einzelnen Elementen und den größeren Systemen, die sie bilden, veranschaulicht. Guy Nader und Maria Campos sind weltweit geschätzte und gefragte Choreograf:innen, die Grenzen des Körpers virtuos ausloten und neue Ausdrucksformen im zeitgenössischen Tanz etablieren und die physischen Grenzen von Bewegung auf die Spitze zu treiben. Der gebürtige Libanese Guy Nader und die Spanierin Maria Campos arbeiten seit 2006 gemeinsam an der Schnittstelle von zeitgenössischem Tanz, Kontaktimprovisation, Akrobatik und Kampfkunst. Sie leiten eine in Barcelona beheimatete Tanzcompany: GN I MC. Sie haben international zahlreiche Werke in verschiedenen Festivals und Veranstaltungsorten präsentiert. Wo immer sie auftreten, sorgen sie für Begeisterungsstürme. Choreographie: Maria Campos Arroyo, Guy Nader Bou Jaudé Bühne: Anastasios Tassos Sofroniou Kostüme: Anastasios Tassos Sofroniou Sounddesign (bis Premiere): Nikola Krgovic Licht: Anastasios Tassos Sofroniou, Jürgen Kolb Dramaturgie: Thorsten Teubl, Lars Gunnar Anderstam Theaterpädagogik & Vermittlung: Ilana Reynolds
Aufführungen | Schauspiel

Der Kirschgarten

Theater Konstanz

Premiere: 18.4.2026 Der alte Kirschgarten steht in voller Blüte. Alles scheint noch einmal zu erstrahlen, bevor es vergeht. Eine neue Zeit hat längst begonnen, doch Ranéwskaja und ihre Familie verharren in den Bewegungsmustern einer Welt, die es so nicht mehr gibt. Sie wissen um die veränderten Umstände. Und handeln doch nicht danach. Sie spüren, dass ihr Lebensentwurf brüchig geworden ist und machen dennoch weiter wie bisher. Verschwenderisch. Haltlos. Als ließe sich Stillstand gegen Veränderung verteidigen. Selbst die Natur entzieht ihnen den Boden: Nachtfröste im Mai zerstören die Ernte, das Gut steht vor dem Ruin. Lopachins radikaler Vorschlag, den Kirschgarten zu roden und zu parzellieren, kollidiert mit Ranéwskajas Weigerung, sich der Realität zu stellen. Unter dem Klang fallender Bäume zerbricht nicht nur Besitz, sondern Identität. Henri Hüster und Bea Carolina Remark lesen Tschechows Stück als körperlichen Ausnahmezustand. Ihr Zugriff denkt vom Bewegungsimpuls her: Was geschieht, wenn soziale Gewissheiten kippen? Wenn Körper ins Taumeln geraten? Zwischen Erstarrung und Aufbruch entsteht ein Raum, in dem das Alte bereits verschwunden ist, das Neue jedoch noch keinen Körper gefunden hat. Ein Schwebezustand voller Wucht. Im Rahmen des Bodenseefestivals 2026 „in Bewegung“
Aufführungen | Schauspiel

Die Kinder

Theater Konstanz

Endlich können Hazel und Robin ihren Lebensabend nach der wohlverdienten Pensionierung genießen. Dafür ist das Ehepaar in ein kleines Häuschen direkt am Meer gezogen. Doch die Idylle trügt. In ihrem ehemaligen Arbeitsort, einem nahegelegenen Atomkraftwerk, hat ein Erdbeben samt Flutwelle zum Super-GAU geführt. Anstelle eines beschaulichen Ruhestandes mit auskömmlicher Rente ist ihre Perspektive nun ein Leben nahe einer Sperrzone mit Stromrationierung sowie Wasser- und Nahrungsmittelknappheit. Als dann auch noch Rose, eine Exfreundin von Robin und frühere Arbeitskollegin der beiden, mit einem gewagten Plan vor der Tür steht, droht das Lebenskonzept des Paares komplett aus den Fugen zu geraten: Rose will sich ihrer Verantwortung stellen und fordert die beiden dazu auf, sich ihr anzuschließen. Ensemblemitglied Patrick O. Beck inszeniert Kirkwoods spannungsvollen Thriller und setzt sich mit der Frage nach Schuld und Verantwortung auseinander. Regie: Patrick O. Beck Dramaturgie: Hauke Pockrandt Bühne & Kostüme: Andreas L. Mayer Mit: Michaela Allendorf, Ulrich Hoppe, Jana Alexia Rödiger Dauer ca. 1:30 h, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Zehner

Theater Konstanz

Auftragswerk für das Theater Konstanz Sie haben ihn vor sich, den bedeutendsten Sommer ihres Lebens! AC, Jansi, Dario und Naila haben einen Plan: Sie wollen vom Zehn-Meter-Sprungturm springen. Aber das ist nicht nur irgendein Ausflug ins Strandbad, nein. „Der Zehner ist eine Schwelle. Zwischen uns und der Zukunft. Er ist ein Gefühl.“ Doch an dem Tag, an dem die vier ihren Plan umsetzen wollen, hat der Zehner keine Leiter mehr. Der Grund dafür sind die Haushaltskürzungen: Kein Geld, keine Aufsichtsperson, kein Zehner. Die Jugendlichen sind fassungslos. Doch während Naila, Dario und Jansi einen Umgang mit der neuen Situation finden, bleibt AC wütend. Sie kann und will das nicht einfach so akzeptieren. Schließlich geht es nicht nur um den Zehner, es geht um viel mehr. Da muss man doch irgendwas machen! Was heißt das eigentlich, politisch sein? Was bedeutet es für Jugendliche, in unserer Demokratie zu leben? Bei welchen Themen dürfen sie mitreden, mitentscheiden? Wie oft werden sie außen vor gelassen? Wie kann Protest heute aussehen? Fayer Koch hat ein besonderes Theaterstück für das Theater Konstanz geschrieben. Eine Gruppe von 15 jungen Menschen aus Konstanz im Alter von 12-18 Jahren, das „Team Zehner“, hat Fayer dabei unterstützt. Sie haben viel diskutiert, jede Menge Input gegeben, Kritik geübt, konkrete Änderungen vorgeschlagen, an Formulierungen gefeilt, die Charaktere geschärft, Richtungswechsel angegeben. „Zehner“ ist also mehr als ein Theaterstück, es ist ein Projekt der Teilhabe. Regie: Sergej Gößner Bühne & Kostüme: Lukas Fries Musik: Valentin Schröteler Dramaturgie: Romana Lautner Theaterpädagogik: Tanja Jäckel, Denny Renco Theaterpädagogische Begleitung: Team Zehner Tanja Jäckel
Aufführungen | Tanz

Fearful Symmetries

Staatsoper Unter den Linden

George Balanchines Ballett Symphony in C ist eines seiner Meisterwerke, das vor allem durch seinetechnische Präzision, künstlerische Virtuosität und atemberaubende Komplexität besticht. Balanchine wurde durch seinen langjährigen Mitarbeiter Igor Strawinsky auf Georges Bizets Komposition aufmerksam gemacht und choreographierte das Werk als Le Palais de Cristal (Der Kristallpalast) 1947 in nur zwei Wochen für das Ballett der Pariser Oper, wo er als Ballettmeister tätig war. Als er das Werk im folgenden Jahr für das New York City Ballet am 11. Oktober 1948 wiederaufnahm, vereinfachte er Bühnenbilder und Kostüme und änderte den Titel in Symphony in C, der sich von der Partitur ableitete. Diese wurde bereits 1855 komponiert, als Bizet erst 17 Jahre alt und noch Student am Pariser Konservatorium war, wurde aber erst 1935, lange nach dem Tod des Komponisten, aufgeführt. In Symphony in C präsentiert Balanchine die Musik in vier Sätzen, von denen jeder, wie ein eigenes Ballett, ein anderes Solist*innenpaar und das Corps de ballet umfasst. Symphony in C verkörpert das Erbe einer klassischen Tanztradition, während die Tänzer*innen durch ihre Vielseitigkeit und Energie der Aufführung eine besondere Dynamik und Lebendigkeit verleihen. Christian Spucks Tanzstück Fearful Symmetries widmet sich der gleichnamigen Komposition von John Adams und macht deren rhythmische Intensität und Energie visuell erlebbar. Der US-amerikanische Komponist John Adams zählt zu den bedeutenden Vertretern der zeitgenössischen Klassik. Den Titel seines Werks entlehnte er dem Gedicht The Tyger, das der Engländer William Blake 1794 veröffentlicht hatte. Allerdings sprach ihn nicht der Inhalt dieses Textes an, sondern die Schlüsselphrase «fearful symmetry». Diese «furchterregende Symmetrie» spiegelt sich in John Adams wiederholten, melodischen und harmonischen Strukturen wider, die er bewusst überzeichnet, um ihre Wirkung zu verstärken. Bekannt wurde John Adams für seine Opern, denen oft Ereignisse der jüngeren Vergangenheit zugrunde liegen – unter ihnen seine erste Oper Nixon in China (1987) über den Besuch des amerikanischen Präsidenten bei Mao Tse-tung im Jahr 1972 oder Doctor Atomic (2005) über den Physiker Robert Oppenheimer, den «Vater der Atombombe». In enger Verbindung zu Adams‘ erster Oper steht nach seinen eigenen Angaben das Orchesterstück Fearful Symmetries, das geprägt ist von einer energiegeladenen Klangwelt. Symphony in C Choreographie: George Balanchine Musik: Georges Bizet Kostüme: Elsie Lindström Licht: Irene Selka Musikalische Leitung: Paul Connelly Staatskapelle Berlin Fearful Symmetries Choreographie: Christian Spuck Musik: John Adams Bühne: Rufus Didwiszus Kostüme: Emma Ryott Licht: Irene Selka Musikalische Leitung: Paul Connelly Staatskapelle Berlin Empfohlen ab 6 Jahren Dauer: 01h 30m inkl. einer Pause Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Aufführungen | Oper

Staatsoper für alle - Live-Übertragung Nabucco

Staatsoper Unter den Linden

Dramma lirico in vier Teilen (1842) Musik von Giuseppe Verdi Text von Temistocle Solera Es war sein erster großer Erfolg, gleichsam sein Durchbruch: Nabucco, im Frühjahr 1842 an der Mailänder Scala uraufgeführt, steht am Beginn der glänzenden Karriere Giuseppe Verdis, der zum über mehrere Jahrzehnte nahezu konkurrenzlos führenden italienischen Opernkomponisten aufsteigen sollte. Zu biblischer Zeit in Jerusalem und Babylon spielend, wird in Nabucco das Schicksal zweier Völker und Kulturen zum Thema, aber auch die Überheblichkeit des titelgebenden Protagonisten, der sich in seiner Maßlosigkeit zum Gott erklärt und daraufhin dem Wahnsinn verfällt. Tableaus von feierlichem Gestus und eindringlicher Musik – wie der berühmte „Va pensiero“- Chor der gefangenen Hebräer – stehen neben Szenen von intensivem Ausdruck, erfüllt von Dramatik und Leidenschaft. Emma Dante, renommierte Opern-, Schauspiel- und Filmregisseurin, inszeniert zum ersten Mal an der Staatsoper, der ausgewiesene Verdi-Kenner Bertrand de Billy dirigiert das gleichermaßen eindrucks- wie wirkungsvolle Werk. Dauer: ca. 2:40 h inklusive einer Pause Sprache: In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Altersempfehlung: ab 14 Jahren Eintritt frei - keine Anmeldung nötig
Aufführungen | Tanz

Gods and Dogs

Staatsoper Unter den Linden

Gods and Dogs / Angels’ Atlas Die Konfrontation des Einzelnen mit der Realität und seine Versuche, Schwierigkeiten zu meistern oder zu vermeiden, sind eines der Schlüsselthemen in Jiří Kyliáns Werk. Gods and Dogs (2008) untersucht diesen Denkprozess, indem es über die Art und Weise, wie wir uns kleiden und die zugrundeliegenden Motive nachdenkt, die uns dazu veranlassen, ein Kleidungsstück einem anderen vorzuziehen: «Wir verbringen unser ganzes Leben damit, Kleidung wie Masken zu tragen und sie je nach den Umständen und der Art und Weise, wie andere uns sehen, zu wechseln und zu verändern.» Jiří Kylián teilt die Faszination, die er für das Verhalten des Einzelnen spürt, tänzerisch mit, indem er den menschlichen Versuch inszeniert, seinen Platz in einer Gesellschaft zu finden, die nur sehr verschwommen zu beschreiben ist. Die kanadische Tänzerin Crystal Pite war Mitglied des Ballet British Columbia und des Ballett Frankfurt unter der Leitung von William Forsythe. Als Choreographin debütierte sie 1990 und kreierte seitdem mehr als fünfzig Stücke unter anderem für das Ballet de l’Opéra de Paris, das Royal Ballet, das Nederlands Dans Theater, das Cullberg Ballet und das Ballett Frankfurt. Für ihre berauschenden und eigenwilligen Arbeiten wurde Crystal Pite mit einer Vielzahl von internationalen Preisen ausgezeichnet. Angels’ Atlas schuf Crystal Pite 2020 für das National Ballet of Canada. Das Ballett entfaltet sich vor einer sich ständig verändernden Lichtinstallation, einer weiten, unerkennbaren Landschaft aus Licht und Materie. Vor diesem phantastisch anmutenden Hintergrund werden die tanzenden Körper zum Zeichen menschlicher Vergänglichkeit und Vitalität zugleich. Gods and Dogs Choreographie und Inszenierung: Jiří Kylián Musik (Konzept): Jiří Kylián Musik: Dirk Haubrich Computergesteuerte Projektion: Daniel Bisig, Tatsuo Unemi Videoprojektion: Dag Johan Haugerud, Cecilie Semec Kostüm: Joke Visser Bühne: Jiří Kylián Licht: Kees Tjebbes Einstudierung: Urtzi Aranburu Angels’ Atlas Choreographie: Crystal Pite Musik: Owen Belton Zusätzliche Musik: Peter I. Tschaikowsky, Morten Lauridsen Reflective Light Backdrop Concept: Jay Gower Taylor Reflective Light Backdrop Design: Jay Gower Taylor, Tom Visser Bühne: Jay Gower Taylor Licht: Tom Visser Kostüm: Nancy Bryant Choreographische Assistenz und Einstudierung: Spencer Dickhaus Dauer: 1h 26m inkl. einer Pause Empfohlen ab 8 Jahren Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Aufführungen | Oper

Nabucco

Staatsoper Unter den Linden

Dramma lirico in vier Teilen (1842) Musik von Giuseppe Verdi Text von Temistocle Solera Es war sein erster großer Erfolg, gleichsam sein Durchbruch: Nabucco, im Frühjahr 1842 an der Mailänder Scala uraufgeführt, steht am Beginn der glänzenden Karriere Giuseppe Verdis, der zum über mehrere Jahrzehnte nahezu konkurrenzlos führenden italienischen Opernkomponisten aufsteigen sollte. Zu biblischer Zeit in Jerusalem und Babylon spielend, wird in Nabucco das Schicksal zweier Völker und Kulturen zum Thema, aber auch die Überheblichkeit des titelgebenden Protagonisten, der sich in seiner Maßlosigkeit zum Gott erklärt und daraufhin dem Wahnsinn verfällt. Tableaus von feierlichem Gestus und eindringlicher Musik – wie der berühmte „Va pensiero“- Chor der gefangenen Hebräer – stehen neben Szenen von intensivem Ausdruck, erfüllt von Dramatik und Leidenschaft. Emma Dante, renommierte Opern-, Schauspiel- und Filmregisseurin, inszeniert zum ersten Mal an der Staatsoper, der ausgewiesene Verdi-Kenner Bertrand de Billy dirigiert das gleichermaßen eindrucks- wie wirkungsvolle Werk. Musikalische Leitung: Francesco Lanzillotta Inszenierung: Emma Dante Bühne: Carmine Maringola Kostüme: Vanessa Sannino Licht: Cristian Zucaro Choreographie: Manuela Lo Sicco Einstudierung Chor: Dani Juris Dramaturgie: Detlef Giese , Rebecca Graitl Dauer: ca. 2:40 h inklusive einer Pause Sprache: In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Aufführungen | Oper

Die schweigsame Frau

Staatsoper Unter den Linden

Komische Oper in drei Aufzügen (1935) Musik von Richard Strauss Text von Stefan Zweig nach Ben Jonson Für Richard Strauss, auf die Siebzig zugehend, war es ein Glücksfall, als zu Beginn der 1930er Jahre der renommierte Literat Stefan Zweig, bekannt durch seine kunstreichen, gedankentiefen Romane, Novellen und Theaterstücke, sich als sein neuer Librettist empfahl. In wechselseitig inspirierender Zusammenarbeit schufen sie, nach einer Komödie von Ben Jonson aus der Shakespeare-Zeit, eine wahrhaft „komische Oper“ voller markanter Charaktere, Tempo und Witz, aber auch von großer Nachdenklichkeit. „Die Oper ist ein Volltreffer, wenn vielleicht erst im 21. Jahrhundert“, so Strauss selbst, dem in schwieriger, dunkler Zeit ein Werk von hoher kompositorischer Virtuosität und gelöster Heiterkeit gelang, eine Geschichte von Menschen, die sich nach Ruhe sehnen oder sich in Geschäftigkeit ergehen. Regisseur Jan Philipp Gloger debütiert damit an der Staatsoper – und für Christian Thielemann ist es die erste Neuproduktion als Generalmusikdirektor des Hauses, ein Amt, das einst auch Strauss bekleidet hatte. Musikalische Leitung: Christian Thielemann Inszenierung: Jan Philipp Gloger Bühne: Ben Baur Kostüme: Justina Klimczyk Licht: Bernd Purkrabek Choreographie: Florian Hurler Einstudierung Chor: Dani Juris Dauer: ca. 3:40 h inklusive zweier Pausen Sprache: In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Altersempfehlung: ab 14 Jahren Vorwort 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Apollosaal
Aufführungen | Oper

Un ballo in maschera

Staatsoper Unter den Linden

Melodramma in drei Akten (1859) Musik von Giuseppe Verdi Text von Antonio Somma Maskiert und verkleidet versuchen die Figuren in Verdis Oper ihre Identität zu verbergen oder andere Identitäten zu konstruieren: der Machthaber Riccardo, um einer Verschwörung zu entgehen, sein Vertrauter Renato, um ihm ein unerkanntes Entkommen zu ermöglichen, Renatos Gattin Amelia, um vor ihm ihre Liebe zu Riccardo zu verheimlichen, dGäste des Maskenballs, um lustvoll dem Spiel mit dem schönen Schein zu frönen. Während der Arbeit an diesem Stoff gerieten Verdi und sein Librettist selbst in einen Strudel von Verhüllungen: Immer wieder wurde das ursprünglich am schwedischen Königshof angesiedelte Stück von der Zensur bemängelt. Schließlich gelang es Verdi, die dramatische Sprengkraft auch in der Versetzung nach Boston zu bewahren, bewahren, indem er mitreißenden Chören, ergreifende Arien und wirkungsvolle Ensembles erfand. Die vielfältigen Perspektiven auf Identitäten stehen im Fokus der Inszenierung des Regisseurs Rafael Villalobos, der ebenso wie Dirigent Enrique Mazzola zum ersten Mal an der Staatsoper zu erleben ist. Musikalische Leitung: Enrique Mazzola Inszenierung: Rafael R. Villalobos Spielleitung: Caroline Staunton Bühne: Emanuele Sinisi Kostüme: Lorenzo Caprile Licht: Felipe Ramos Video: Cachito Vallés Choreographie: Javier Pérez Einstudierung Chor: Dani Juris Dramaturgie: Olaf A. Schmitt Dauer: ca. 3 h inklusive einer Pause Sprache: In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Altersempfehlung: ab 12 Jahren Vorwort 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Apollosaal
Aufführungen | Oper

Norma

Staatsoper Unter den Linden

Tragedia lirica in zwei Akten (1831) Musik von Vincenzo Bellini Text von Felice Romani Der Wille zum Widerstand gegen die römische Besatzungsmacht wächst unter den Galliern. Norma soll endlich das Zeichen zum Aufruhr gegen die Unterdrücker geben. Doch sie zögert vor dem Hintergrund eines Gewissenskonflikts: Mit dem Römer Pollione hat Norma zwei Kinder, die sie vor der Öffentlichkeit versteckt hält. Als sie erfahren muss, dass Pollione Adalgisa liebt und mit ihr fliehen will, scheint ihre Situation ausweglos. Wenn Norma ihr Doppelleben preisgibt, setzt sie ihr Ansehen und das ihrer Kinder aufs Spiel. Vincenzo Bellinis 1831 uraufgeführte Erfolgsoper gilt als Inbegriff des Belcanto – und bietet doch so viel mehr als bloßen Schöngesang. Bereits Richard Wagner erkannte, dass die ungemein dramatische Musik ein „Seelengemälde“ der Protagonistin beschreibt. Der Regisseur Vasily Barkhatov unterstreicht in seiner Lesart Normas Zerrissenheit zwischen ihrer öffentlichen Funktion und persönlichen Gefühlen vor dem Hintergrund einer politischen Revolution. Musikalische Leitung: Giuseppe Mentuccia Inszenierung: Vasily Barkhatov Spielleitung: José Darío Innella, Marcin Łakomicki Bühne: Zinovy Margolin Kostüme: Olga Shaishmelashvili Licht: Alexander Sivaev Stuntkoordination: Ran Arthur Braun Einstudierung Chor: Dani Juris Dramaturgie: Kai Weßler, Christoph Lang Dauer: ca. 3 h inklusive einer Pause Sprache: In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Altersempfehlung: ab 14 Jahren Vorwort 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Apollosaal
Aufführungen | Oper

Aida

Staatsoper Unter den Linden

Oper in vier Akten (1871) Musik von Giuseppe Verdi Text von Antonio Ghislanzoni nach einem Szenario von François Auguste Ferdinand Mariette Aida lebt als Sklavin am ägyptischen Hof. Sie ist die Königstochter aus dem feindlichen Äthiopien, hat sich aber in den ägyptischen Heerführer Radamès verliebt. Von ihrem Vater Amonasro wird sie instrumentalisiert, um die militärische Strategie des feindlichen Heeres in Erfahrung zu bringen. Unterdessen kämpft Amneris, die ägyptische Königstochter, mit allen Mitteln um ihre Liebe zu Radamès und versucht, ihre Rivalin kaltzustellen. Sie alle sind einem gnadenlosen Machtkartell von Priestern und Kriegern ausgeliefert. Auf dem Höhepunkt des europäischen Imperialismus und zu Beginn der Kolonialisierung Afrikas wurde Aida im Dezember 1871 in Kairo uraufgeführt. Verdis Musik ist anzumerken, dass es ihm nicht um musikalisierte Historie ging. Vielmehr übt er Kritik an einer menschenverachtenden Gesellschaft. Regisseur Calixto Bieito rückt in seiner Inszenierung die kammerspielhaften Momente in Aida sowie das Spannungsverhältnis zwischen den politischen Geschehnissen der Entstehungszeit des Stückes und unserer Gegenwart in den Fokus. Musikalische Leitung: John Fiore Inszenierung: Calixto Bieito Szenische Einstudierung, Spielleitung: José Darío Innella Bühne: Rebecca Ringst Kostüme: Ingo Krügler Licht: Michael Bauer Video: Adrià Reixach Einstudierung Chor: Gerhard Polifka Dauer: ca. 3:10 h inklusive einer Pause Sprache: In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Altersempfehlung: ab 15 Jahren Vorwort 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Apollosaal
Aufführungen | Oper

Madama Butterfly

Staatsoper Unter den Linden

Tragedia giapponese in drei Akten (1904) Musik von ​Giacomo Puccini Text von ​Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach David Belasco Lieutenant Pinkerton hat sich in Geisha Cio-Cio-San, genannt Madame Butterfly, verliebt und will sie nach japanischer Sitte heiraten, ohne damit eine dauerhafte Verbindung eingehen zu wollen. Butterfly liebt Pinkerton jedoch wirklich und bekommt ein Kind von ihm. Vergeblich wartet sie jahrelang auf die Rückkehr des Lieutenants. Als Pinkerton dann mit seiner neuen amerikanischen Ehefrau zurückkommt, um das Kind abzuholen, erdolcht sich Butterfly. »Madama Butterfly« geht auf eine Novelle zurück, die angeblich eine wahre Begebenheit schildert. Seit um die Mitte des 19. Jahrhunderts die amerikanische Flotte die Öffnung der japanischen Häfen erzwungen hatte, begann auch umgekehrt der Einfluss der japanischen Kultur im Westen. Bald spielten Opern und Operetten in diesem neu zu entdeckenden Land, das trotz seines rapiden technologischen Fortschritts durch die Bewahrung seiner eigenen Kultur eine ganz andere Moderne versprach. Die Exotik des Milieus brachte Giacomo Puccini zu weit mehr als einer bloß kolonialistischen Anverwandlung ferner Musik: Er studierte Quellen zur Musik Japans, baute originale Melodien ein und ließ sich zu einer raffinierten Instrumentation und besonderen Klangfarben inspirieren. Sie machen die »japanische Tragödie« zu einer der berührendsten Opern der Geschichte. Eike Gramss’ Inszenierung zeigt behutsam das Aufeinandertreffen zweier Kulturen in einer schillernden japanischen Welt. Musikalische Leitung: Tomáš Netopil Inszenierung: Eike Gramss Szenische Einstudierung, Spielleitung: Katharina Lang Spielleitung: Marcin Łakomicki Bühne, Kostüme: Peter Sykora Dauer: ca. 2:50 h inklusive einer Pause nach dem ersten Akt Sprache: In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Aufführungen | Oper

Ariadne auf Naxos

Staatsoper Unter den Linden

Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel (1916) Musik von Richard Strauss Text von Hugo von Hofmannsthal Kaum eine Oper erzählt mehr über Fragen des (sich) Treubleibens in Kunst und Liebe als Ariadne auf Naxos: Sollte man an Liebgewonnenem bedingungslos festhalten, oder aber offen bleiben, um sich Neuem zuzuwenden? Die Oper eines jungen Komponisten steht kurz vor der Erstaufführung, als er von einigen kurzfristigen Änderungswünschen seines Auftraggebers, eines reichen Kunstbanausen, erfährt. Seine heroische Oper rund um die aus Liebeskummer selbstmordgefährdete Ariadne und das Stück einer Komödiantentruppe sollen gleichzeitig aufgeführt werden. Die auf Wunsch des Auftraggebers (und gegen den Willen des Komponisten) in die Ariadne-Oper eingefügten Auftritte der leichtlebigen Zerbinetta und ihrer Verehrer führt zu einer „Gegenüberstellung der Frau, die nur einmal liebt, und der, die viele Male sich gibt“, so Richard Strauss’ kongenialer Librettist Hugo von Hofmannsthal. So werden hier in den typisierten Opernfiguren auf teils humorvoll-augenzwinkernde, teils auch ernste Weise zwei Liebes- und Lebensmodelle miteinander konfrontiert. Zugleich aber stellt das Werk auch eine künstlerische Reflektion der Frage nach dem Miteinander von komödiantischen und dramatischen Elementen in der Oper dar und entführt den Zuschauer mitten in das turbulente Geschehen hinter den Kulissen einer fiktiven Opern-Erstaufführung. Musikalische Leitung: Eun Sun Kim Inszenierung: Hans Neuenfels Szenische Einstudierung, Spielleitung: Caroline Staunton Bühne: Katrin Lea Tag Kostüme: Andrea Schmidt-Futterer Licht: Stefan Bolliger Dauer: ca. 2:30 h inklusive einer Pause nach dem Vorspiel Sprache: In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Altersempfehlung: ab 14 Jahren Vorwort 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Apollosaal
Aufführungen | Ballett

„Jewels of Dance“ – Internationale Ballettgala

Staatsoper Unter den Linden

TANZOLYMP – Internationales Tanzfestival mit Gewinnern & Gästen Am 14. April 2026 erstrahlt die Staatsoper Unter den Linden im Glanz der internationalen Ballettelite. Bei der Gala „Jewels of Dance“ erleben Sie einen unvergesslichen Abend voller Eleganz, Emotion und Virtuosität. Auf der Bühne stehen herausragende Tänzerinnen und Tänzer aus 30 Ländern, darunter ehemalige Gewinner der Tanzolympiade sowie gefeierte Ballettstars von Weltrang. Sie präsentieren atemberaubende Choreografien, die Klassik und Moderne vereinen – ein Fest für alle Sinne und ein Muss für Tanzliebhaber. Lassen Sie sich verzaubern von technischer Perfektion, künstlerischer Leidenschaft und einzigartigen Momenten, die nur das Ballett schenken kann. Maria Guleghina wird als besonderer Gast aus der Opernwelt gemeinsam mit internationalen Ersten Solotänzerinnen und -tänzern auftreten, darunter Künstlerinnen und Künstlern des Staatsballetts Berlin, des Stuttgarter Balletts, des Balletts der Pariser Oper, des Semperopern Balletts Dresden, des Wiener Staatsballetts, der Staatlichen Ballettschule Berlin, des Monte Carlo Balletts, des Balletts der Nationaloper Kiew, des Odessa Staatsballetts sowie der Georgischen Nationalen Tanzkompanie Sukhishvili und vielen anderen. Dauer: ca. 3 h inklusive einer Pause
Aufführungen | Oper

The Turn of the Screw

Staatsoper Unter den Linden

Oper in einem Prolog und zwei Akten (1954) Musik von Benjamin Britten Text von Myfanwy Piper nach Henry James Eine junge Frau soll sich als Governess auf den Landsitz Bly begeben, um dort für die Erziehung der zwei Waisen Flora und Miles zu sorgen. Auftraggeber ist der Onkel, zugleich Vormund der Waisen, der nicht belästigt werden will und die junge Frau auf absolute Verschwiegenheit über die Vorgänge auf seinem Landsitz einschwört. Tatsächlich geben ihr das Verhalten der beiden Kinder und die Vorkommnisse im Haus Rätsel auf. Auch die Haushälterin Mrs. Grose, die offenbar schon ihr halbes Leben in Bly verbracht hat, scheint ihr nicht ganz durchschaubar. Schließlich glaubt die Governess die schemenhaften Erscheinungen eines Mannes und einer Frau durch die Räume wandeln zu sehen und in ihnen die Geister der ehemaligen Angestellten Peter Quint und Miss Jessel zu erkennen. Dämonische Kräfte scheinen um sich zu greifen und alle Beteiligten heimzusuchen. Am Ende, soviel ist sicher, ist eine Person tot. Alles andere bleibt zu untersuchen … Brittens ebenso rätselhafte wie eindrucksvolle Kammeroper The Turn of the Screw (zu deutsch Die Drehung der Schraube) spiegelt in ihrer zersplitterten Struktur die scheinbar fragmentarischen und womöglich verzerrten Wahrnehmungen und Erinnerungen der Protagonistin wider. Jede Szene wirft ein anderes Licht auf das Geschehen, das sich aus der Erinnerungsperspektive der Governess nicht zu einem homogenen Ganzen zusammenfügen lässt, sondern eher wie ein Puzzle mit fehlenden Teilen erscheint. Henry James, dessen 1898 erschienene, von frühen tiefenpsychologischen Ideen beeinflusste Erzählung als Vorlage für Brittens Oper diente, bezeichnete diese einst mit Understatement als ein „Spiel seltsamer Begegnungen“. Musikalische Leitung: Finnegan Downie Dear Inszenierung: Claus Guth Szenische Einstudierung, Spielleitung: Marcin Łakomicki Bühne, Kostüme: Christian Schmidt Licht: Sebastian Alphons Dauer: ca. 1:45 h ohne Pause Sprache: In englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Altersempfehlung: ab 14 Jahren Vorwort 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Apollosaal
Aufführungen | Oper

Die Zauberflöte

Staatsoper Unter den Linden

Große Oper in zwei Aufzügen (1791) Musik von Wolfgang Amadeus Mozart Text von Emanuel Schikaneder Sie ist einer der Klassiker im Repertoire der Staatsoper: August Everdings Inszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Zauberflöte. Einzigartig macht sie die Rekonstruktion der 1816 für die damalige Hofoper Unter den Linden entstandenen Dekorationen von Karl Friedrich Schinkel – darunter etwa der berühmte Sternenhimmel der Königin der Nacht, einer Ikone der Bühnenbildkunst, die Zuschauer damals wie heute fasziniert. Museales lag dem Regisseur Everding jedoch fern: Die Bühnenwelt nach den nunmehr gut 200 Jahre alten Entwürfen erweckte er durch eine zeitlose, temperamentvolle Inszenierung zum Leben, die 1994 an der Staatsoper Premiere feierte, an Esprit und Witz jedoch bis heute nichts eingebüßt hat. Prinz Tamino wird in letzter Sekunde von den drei Damen der Königin der Nacht vor einer Riesenschlange gerettet. Diese zeigen ihm ein Bild der Tochter der Königin, Pamina, in die er sich sofort verliebt. Zusammen mit dem kauzigen Vogelfänger Papageno macht er sich auf die Reise, seine Liebe zu finden, die sich – wie er erfährt – in den Fängen des Sonnenpriesters Sarastro befindet. Um die Frauen ihres Herzens für sich zu gewinnen, müssen sich Tamino und Papageno jedoch schweren Prüfungen unterziehen. Musikalische Leitung: Giuseppe Mentuccia Inszenierung: August Everding Szenische Einstudierung, Spielleitung: Katharina Lang Bühne: Fred Berndt, nach Karl Friedrich Schinkel Kostüme: Dorothée Uhrmacher Licht: Franz Peter David Dauer: ca. 3:00 h inklusive einer Pause nach dem 1. Akt Sprache: In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Aufführungen | Schauspiel

Das Bildnis des Dorian Gray

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Das Schulterzucken ist zurück. Klimakrise, soziale Ungleichheit, politische Instabilität – man kennt den Abgrund, doch statt Widerstand dominieren Weltverdrossenheit, hemmungslose Selbstinszenierung, Ironie und die Feier der schönen Dinge. Was ist da los? Vielleicht bietet Oscar Wildes Kultroman eine Antwort. »Das Bildnis des Dorian Gray« besticht durch hinreißende Eleganz – das Buch ebenso wie seine Titelfigur, zumindest auf den ersten Blick. „Alle Kunst ist zugleich Oberfläche und Symbol. Wer unter die Oberfläche geht, tut es auf eigene Gefahr“, warnt Wilde in der Vorrede seines Romans. Genau darum geht es: um das Abtauchen zwischen die Zeilen, hinter die Worte. Was lässt sich dort entdecken? Bleibt Hemmungslosigkeit wirklich ohne Konsequenzen? Oder wie ist es zu deuten, dass Dorian Gray so schamlos seinen Weg geht? Warum hat er seinen moralischen Kompass verloren? Ist er – über die Zeiten hinweg – eine Spiegelfigur unserer Gegenwart, die mehr über unsere eigenen Begierden verrät, als uns lieb ist? Der Maler des Porträts jedenfalls will das Bild nicht ausstellen: „Ich habe zu viel von mir selbst hineingebracht“, sagt er. Was lässt ihn zögern? Und was ist es, das diesem Werk seine unheimliche Zeitlosigkeit verleiht? Tristan Linder studierte Schauspielregie an der Theaterakademie Hamburg. Mit seiner Inszenierung »Sandmann« ist er 2025 zum Körber Studio Junge Regie eingeladen. »Das Bildnis des Dorian Gray« ist seine erste Arbeit am SchauSpielHaus. Regie: Tristan Linder Bühne: Anna Satu Kaunisto Kostüme: Lena Rickenstorf Musik: Alexander Schweiß Licht: Björn Salzer Dramaturgie: Matthias Günther 1 Stunde 30 Minuten, Keine Pause

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